Graffiti hates Repression

Hier ein Artikel der Gruppe Pinker Stern den wir euch nicht vorenthalten wollen!

Es ist 4.00 Uhr morgens und du sitzt in einer Gefangensammelstelle oder auf sonst irgendeinem Polizeirevier? Da wird wohl etwas falsch gelaufen sein… Sicherheitsdienste, Zivilbullen, Kameras oder einfach Aktivbürger_innen wurden dir beim illegalisierten Malen zum Verhängnis. Zu guter Letzt wirst du von der ach so netten und verständnisvollen Sozialpädagogin gefragt, ob du nicht auch genauso gut an einer legalen Wand hättest sprühen können. Spätestens jetzt wird dir klar: Sie hat keine Ahnung! Graffiti ist nicht nur als städteverschönendere Kunst, welche dem ästhetischem Empfinden der Gesellschaft entsprechen soll, anzusehen. Der Punkt ist ja gerade, dass Graffiti gegen das Gesetz gerichtet ist, sich der herrschenden Ordnung widersetzt und der Reiz in der Illegalität und Subversivität liegt, kurzum eine kritische Jugendkultur repräsentiert. Und natürlich – ein fettes Straßenbombing sieht alle mal ansprechender aus als langweilige Reklame. Schließlich sollte jede_r die Umgebung in der er_sie lebt mitgestalten können. Um unangenehmen Erfahrungen mit der Polizei und diversem anderen aus dem Weg zu gehen sind hier ein paar Tipps, die zwar allgemein bekannt sind, aber trotzdem von vielen immer wieder ignoriert werden, womit mensch sich nicht selten in große Gefahren begibt.

1. Bevor du richtig loslegst, solltest du dein Zimmer, von beispielsweise Skizzen, Blackbooks, Utensilien fürs Malen und Fotos von Graffitis, von denen nicht eindeutig feststeht, dass du nicht der_die Künstler_in warst, säubern. Am Besten schaffst du das ganze Zeug zu einer Person, die mit deinem Vorhaben nichts zu tun hat und nicht direkt mit dir in Verbindung gebracht werden kann.

2. Wie meistens, ist es auch beim illegalisierten Malen sicherer und angenehmer, mit zwei bis drei verlässlichen Freund_innen unterwegs zu sein. Das Beste ist es, wenn mindestens eine Person Schmiere steht und die anderen bei Gefahr, z.B. durch lautes Husten, warnt. Du solltest außerdem einem_einer Freund_in Bescheid sagen, dass er_sie einen_einer Anwalt_Anwältin kontaktiert, falls du dich nicht meldest.

3. Du solltest belastende Dinge (z.B. Cans) niemals ohne Handschuhe anfassen und dafür sorgen, dass sich keine Fingerabdrücke auf ihnen befinden (auch in Stresssituationen, wie z.B. Bullenaction, eventuell belastende Beweise nicht ohne Handschuhe anfassen).

4. Besichtige den Ort an dem du arbeiten willst vorher, damit du entsprechende Vorkehrungen treffen kannst (Vermummung aufgrund von Kameraüberwachung, Ausfindung machen von Fluchtwegen, Farbe und Material Verstecken etc.).

5. Sei vor, während und nach der Aktion so leise wie möglich (um unnötige Geräusche zu vermeiden, kannst du die Dosen bereits zuhause schütteln und stärkere Magneten an ihnen befestigen).

6. Lass nach dem Malen leere Cans auf dem Boden liegen und entsorge möglichst schnell benutzte Caps und Handschuhe.

7. Es ist von Vorteil im Radius des Aktionsraumes ein Fahrrad stehen zu haben , mit welchem du nicht nur schneller sondern meistens auch unauffälliger bist.

8. Solltest du doch verhaftet werden, dann sag nichts über die Tat, denn sie können dich meistens nur rankriegen, wenn eine konkrete Tatbeteiligung nachgewiesen werden kann oder du ein Geständnis ablegst. Außer Angaben zu deiner Person solltest du gar nichts sagen.

9. Oft folgt nach illegalen künstlerischen Ergüssen mit Polizeikontakt eine Hausdurchsuchung der Betreffenden. Ist dies der Fall, dann wirst du wahrscheinlich sehr früh rausgeklingelt. Das Wichtigste ist Ruhe zu bewahren. Die Polizei hat nur das Recht die Räume der Beschuldigten, sofern mit Namen beschriftet (z.B. Schafzimmer, Wohnzimmer) und gemeinsam zu nutzende Räume (Keller, Küche etc.), zu durchsuchen. Falls etwas beschlagnahmt wird, solltest du es dir quittieren lassen. Es steht dir zu eine neutrale Person als Zeug_in hinzuzuziehen.

Lasst euch trotz allem nicht unterkriegen und vergesst den Spaß an der Sache nicht …in diesem Sinne

Keep on rocking!